Sonne, Mond und Sterne …

… oder was mir sonst noch zu Peru und seinen Peruanern einfällt.

Sonne: Die Inka – Söhne und Töchter der Sonne.
Der Entstehungsmythos der Inka besagt, daß in der Vorzeit die Erde überschwemmt, die Menschen und Tiere in den Tälern bedroht wurden, so daß sie in die Hochebenen flohen. Als die Wasser wieder zurückgingen war das Leben hart und armselig. Aber die Sonne hatte Mitleid mit den Menschen und sandte ihre beiden Kinder Manco Capac und Mama Oklla zur Erde. Diese brachten die restlichen Menschen an den Titicacasee, zu Füßen der Anden. Dort entstand ein neues Reich mit seinem ersten Herrscher, Manco Capac, dem Sohn der Sonne, als ersten Inka. Er bestieg im Jahr 1043 den goldenen Thron in Qoricancha, dem Haus der Könige, in Cusco und war der Stammvater einer Dynastie von Königen, die ihr Land über 500 Jahre regiert haben und im Jahr 1572 von Pizarro, dem spanischen Eroberer und Seefahrer, zerstört wurde. Und leider raubten Pizarro und seine Männer auch die Goldverkleidung des Tempels von Qoricancha. Wäre das heute ein Anblick, wenn das Gold noch an seinem ursprünglichen Platz wäre! Ein Strahlen nach allen Richtungen bei dieser in Cusco fast immerzu scheinenden Sonne.

Mond: Schwester und Hauptfrau des Inka war die Mondgöttin, da der Mond als Gattin der Sonne angesehen wurde. Die Mondgöttin Mama Quilla, auch Mutter Mond oder Goldene Mutter genannt, wachte über die Hochzeiten und Feste der Inka. Kein Wunder also, daß ich in Cusco mehrere Hochzeitspaare nachts vor der Kathedrale habe stehen und für Hochzeitsfotos bei mageren 5 bis 8 Grad Celsius posieren sehen. Bei einem solchen Schutz kann einem wohl nicht kalt sein.  

Sterne: Die Inka glaubten, daß die Sterne die Beschützer des Lebens sind und daß jedes Tier oder jeder Vogel seinen eigenen Stern oder eine eigene Konstellation hat. Lamahirten beteten zur Lamakonstellation, die bekannt ist unter den Namen Lira. Was für ein schöner Gedanke, daß ich einen eigenen Stern habe! Wo er wohl ist?

Wahrscheinlich könnte ich noch seitenweise über die Gottheiten und Mythen der alten Inka schreiben, aber wie sieht es im modernen Peru aus?

Handy: Die für mobiles Telefonieren zuständige Gottheit der Inka scheint den modernen Peruanern noch nicht verraten zu haben, daß ein Handy kein Funkgerät ist. Oder warum sonst, sprechen die Peruaner in ihr Handy als ob es ein Funkgerät ist?

Elektronische Kassen im Supermarkt: … sollten eigentlich der Beschleunigung der Kundenabfertigung dienen. Zumindest ist dies der scheinbar irrgeleitete Glaube der Europäer. Wozu das Fließband an der Kasse einschalten, wenn die Kunden ihre Sachen auch per Hand bis zur Kassiererin vorschieben können? Und haben wir Europäer es nicht sowieso immer zu eilig? Jede Kassiererin in Peru hat selbstverständlich Zeit, nach dem Einscannen der Preise sämtliche Waren in kleine handliche Plastiktüten zu verpacken, bevor es ans Kassieren geht. Hier wacht die Gottheit der Geruhsamkeit.

Bars und Cafes: Wie schön ist es, eine Bar oder ein nettes Cafe gefunden zu haben. Ich mache es mir mit Mitreisenden gemütlich und bestelle. Wir warten auf unsere Getränke. Nach etwa 10 Minuten informiert uns die Bedienung, daß sie in 10 Minuten schließen wird. Ob wir trotzdem noch die bestellten Getränke haben möchten? Nein, danke. Fragt sich nur, warum den Peruanern solche Dinge erst immer so spät einfallen. Und das war kein Einzelfall.

In diesem Sinne… einen schönen Urlaub in Peru.

Dieser Beitrag wurde unter Peru, Südamerika abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>